Schwangerschaftsbetreuung

Die medizinische Betreuung in der Schwangerschaft ist ein wichtiger Bestandteil der gynäkologisch ärztlichen Tätigkeit. Laufende klinische sowie Ultraschallkontrollen helfen den gesamten Schwangerschaftsverlauf zu überwachen. In Fall eines medizinischen Problems kann somit rechtzeitig eingegriffen werden. (Combined Test - erweiterter Ultraschall - Organscreening)

Die Mutter-Kind-Pass Untersuchungen sollten wie vorgeschrieben durchgeführt werden, Abweichungen sind je nach Bedürfnis und Notwendigkeit möglich.

Bis zum Ende der 16. Schwangerschaftswoche einschließlich Blutuntersuchung

17. bis 20. Schwangerschaftswoche einschließlich interne, Blutuntersuchung, Ultraschalluntersuchung

25. bis 28. Schwangerschaftswoche einschließlich Blutuntersuchung

30. bis 34. Schwangerschaftswoche einschließlich Ultraschalluntersuchung

35. bis 38. Schwangerschaftswoche

Ich führe bei jeder Schwangerschaftsuntersuchung einen Ultraschall durch, auch wenn im Mutter-Kind-Pass nur drei gefordert werden.

Schwangerschaftskalender

 

Combined Test

Die Untersuchung wird sehr früh in der Schwangerschaft (11.-14. SSW) durchgeführt. Hier wird die Nackenfalte des Embryo gemessen und eine Blutabnahme bei der Schwangeren durchgeführt, um zwei Schwangerschaftshormone zu bestimmen. Die gewonnenen Ergebnisse werden mit dem Schwangerschaftszeitpunkt und dem Alter der Schwangeren zu einem Gesamtrisiko verrechnet. Das Testergebnis stellt lediglich eine Risikoschätzung für eine Chromosomenerkrankung, wie z.B. das Down-Syndrom, dar und ist somit keine diagnostische Untersuchung. Eine erhöhte Nackenfalte kann unter Umständen ein Hinweis für das Vorliegen von Erkrankungen, z.B. Herzfehler sein. Der Combined Test dient unter Umständen als Entscheidungsgrundlage für eine weitere Diagnostik (Fruchtwasseruntersuchung, Plazentapunktion, DNA Analyse - Harmony Test, etc.)

In der Literatur wird die Entdeckungsrate mittels Combined Tests mit 90-95% angegeben bei einer ca. 3% falsch positiven Rate. Eine weiterführende Abklärung wird bei einem Risiko zwischen 1:100 bis 1:300 empfohlen, die Entscheidung wird jedoch immer individuell getroffen.

 

Nicht Invasiver Pränataler Test

Mittels dem "Harmony Prenatal Test" kann das Risiko fetaler Trisomien schon ab der 10. SSW festgestellt werden, indem die relative Anzahl der Chromosomen im mütterlichen Blut ermittelt wird. Mit diesem Test wird das Risiko der Trisomien 21, 18 und 13 beim Fötus bewertet, aber es können nicht alle fetalen Anomalien ausgeschlossen werden. Es genügt eine einfache Blutabnahme bei der Mutter, nach ca. 2 Wochen liegt das Ergebnis vor. 

Der "Harmony Prenatal Test" weist mit einer Sicherheit von >99% fetaler Trisomie 21 mit einer Rate von falsch positiven Ergebnissen von <0,1% nach.

 

          

Nachweisrate  

Rate falsch pos. Ergebnisse

T21

>99%

<0,1%

T18

>98%

<0,1%

T13

>80%

<0,1%

Die derzeitige Empfehlung ist, den "Harmony Prenatal Test" bei einem auffälligen Combined Test durchzuführen, um zusätzliche Gewissheit, ohne das Risiko eines Eingriffs wie einer Plazentapunktion, zu erlangen. (Abortrisiko bei Plazenta bzw. Fruchtwasserpunktionen etwa 1:100 - 1:150)

Jedoch kann jede schwangere Frau diesen Test durchführen lassen, er ersetzt aber keinesfalls einen exakten Ersttrimesterultraschall mit Nackenfaltenmessung.

Link: Harmony Prenatal Test

 

Erweiterter Ultraschall - Entwicklungsultraschall (Well Being)/ Organscreening (nur ÖGUM II zertifizierte Untersucher) - 3D

Bei dieser Ultraschalluntersuchung des Kindes wird besonderes Augenmerk auf eine genaue Untersuchung des Gehirns, des Gesichtes, der Wirbelsäule, des Brustkorbes mit Herz und Lunge, der Bauchwand und der Bauchorgane, der Nieren, der Blase und des Skeletts gelegt. Es werden ungefähr 90% aller schweren strukturellen Fehlbildungen durch diese Ultraschalluntersuchung erkannt. Bei ungefähr 5% aller Untersuchungen wird eine Erkrankung oder Fehlbildung eines Organs entdeckt. Einige davon können das Leben des Kindes akut bedrohen. Eine frühzeitige Diagnose eröffnet eine breitere Palette an Möglichkeiten, auf eine solche Situation zu reagieren. Mittels Dopplerultraschall wird die Nabelschnurdurchblutung und die Durchblutung der Gebärmutter gemessen – dies gibt Aufschluss über die Versorgung ihres Babys. Selbstverständlich erhalten Sie bei guter Lage Ihres Kindes 3D-Fotos. Ich führe aufgrund meiner ÖGUM I Zertifizierung nur Entwicklungsultraschalluntersuchungen bzw. erweiterte Ultraschalle durch.

In der 28. Schwangerschaftswoche sollte auch die Mutter auf einen Schwangerschaftsdiabetes mittels Zuckerbelastungstest untersucht werden, da in der Schwangerschaft eine auftretende Zuckerkrankheit zu ernsthaften Problemen bei Mutter und Kind führen können. Sollten sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.